Start

Aufgaben des Startchefs
  • Rekognoszieren des Startbereichs zusammen mit Bahnleger
    • Definition des Startpunkts
    • Definition der weiteren Bereiche (Vorstart, etc.)
  • Organisation des benötigten Materials
  • Festlegen und Sicherstellen der benötigten Anzahl Helfer
  • Absprache mit Auswertung/IT bezüglich der Übergabe von SI-Einheiten, Startlisten, etc..
  • Am Lauftag: Instruiert die Helfer und überwacht den Startablauf, löst Spezialfälle

Zweck des Starts
  • Trennt den Warte- /Einlaufbereich vom Wettkampf
  • Übergibt dem Läufer die Aufgabe (Abgabe Laufkarte oder Abzeichnen)
  • Lässt Läufer zur vorgegebenen Startzeit den Wettkampf starten

Startablauf
Der gesamte Startablauf kann in folgende Bereiche unterteilt werden:
  • Weg zum Start
    Bringt den Läufer vom Wettkampfzentrum zum Start
  • Warte-/Einlaufbereich
    Hier kann der Läufer sich auf den Lauf vorbereiten
  • Vorstart
    Der Läufer wird aufgerufen und begibt sich in den geregelten Ablauf bis zum Start
  • Zeitstart
    Ab hier läuft die Wettkampfzeit
  • Startpunkt
    Genau definierter Startpunkt, der auf der Karte mit einem Dreieck und im Gelände mit einer Postenflagge markiert wird

Detaillierter Startablauf
Je nach Art des Wettkampf und nach Organisation des Starts können obige Bereiche unterschiedlich organisiert werden. Abläufe, die bei allen Startvarianten gleich sind sind im Dokument Allgemeine Informationen zum Startablauf beschrieben.

Detailierte Informationen zu den einzelnen Start Varianten, sind den untenstehenden Seiten zu entnehmen:

Weitere Hilfen



Allgemeine Informationen zum Startablauf

Ort des Starts
Der Startpunkt wird vom Bahnleger aus technischen Gesichtpunkten bestimmt, für den "organisatorischen" Teil vor dem Startpunkt muss jedoch immer genügend Platz eingerechnet werden. Die Sicherstellung von genügend Platz und die sinnvolle Anordnung der verschiedenen Bereiche ist Aufgabe des Startchefs.

Der Start ist so anzulegen, dass der Läufer bis zur Startlinie keinen Einblick in das Laufgelände hat und nicht sehen kann wie andere Läufer weglaufen. Dies kann z.B. durch eine Geländekante oder ein Dickicht sichergestellt werden. Ist es nicht möglich den Zeitstart am Startpunkt zu machen, so können die Läufer mit einer Pflichtstrecke zum Startpunkt geführt werden.

Weg zum Start
  • Der Weg vom Wettkampfzentrum zum Start ist gut zu markieren (Fähnchen, Bänder).
  • Die benötige Zeit und die Distanz plus Steigung sind in den Weisungen und bei der Anmeldung bekanntzugeben. Dabei soll auf die weniger schnellen Teilnehmer (Kinder, Familien, H75) Rücksicht genommen werden. Versierte Läufer können anhand von Distanzangaben die benötigte Zeit selber abschätzen.
  • Faustregel: pro Leistungskilometer ca. 12-15 Minuten. Am besten Weg einmal gemütlich zu Fuss zurücklegen.
  • Ist der Anmarsch länger als 15 Minuten, empfiehlt es sich, etwa nach jedem Kilometer einen Hinweis auf die verbleibende Strecke anzubringen; so kann jeder Läufer selbst abschätzen, wie lange er noch benötigt.
  • Die Marschzeit darf üblicherweise eine Stunde nicht überschreiten (WO Art. 111), ist der Anmarsch länger, ist darauf im Voraus hinzuweisen.
  • Andere Möglichkeiten: Transport für den ganzen Weg oder einen Teil davon anbieten, evtl. auch nur für ganz junge und ältere Teilnehmer. Für Transport kann Beitrag verlangt werden.
  • Führt der Anmarsch nahe am Laufgebiet vorbei, ist dieses mit Bändern und dem Plakat „Stopp Laufgebiet" zu markieren.

Warte- / Einlaufbereich

In der Nähe des Startes soll der Läufer die Möglichkeit haben, sich warmzulaufen (Einlaufgebiet). Geeignet sind dafür offener Wald, Naturwege, Wiesen (mit Bewilligung!) – wenn möglich immer mit Höhenunterschieden. Die Grösse beträgt mindestens etwa 100 x 100 Meter (oder eine entsprechende Fläche).

Vor allem bei warmem Wetter sind die Läufer auf dem Weg zum Start oder am Vorstart für Trinkwasser dankbar. Die Menge ist gut berechnen (2-3dl pro Läufer) und Nachschub sicher zu stellen. Eine einfache Organisation mit Milchkanne/Bidon und Bechern reicht normalerweise aus. Wird vor dem Start eine Verpflegung angeboten, so ist das in den Weisungen zu vermerken, andernfalls wird empfohlen PET-Säcke für eigene Getränkeflaschen bereitzustellen.

Bei grösseren Anlässen empfiehlt sich am Weg zum Start oder in Startnähe die Einrichtung einer einfachen Toilette (ToiToi).

Vorstart
Der Vorstart trennt den Warte- und Einlaufbereich vom eigentlichen Startprozedere.

Der Läufer darf eine bestimmte Zeit (3'-10', in den Weisungen anzugeben) vor seiner Startzeit den Vorstartbereich betreten. Dazu ruft ein Helfer jede Minute die Startzeit auf, die den Vorstartbereich betreten darf. Eine gut sichtbare Uhr (Küchenuhr oder Klappenuhr) zeigt dabei die aufgerufene Startzeit an. Das heisst diese Uhr geht um die Zeitspann zwischen Vorstart und Start vor.

Beim Betreten des Vorstartbereichs müssen die Läufer ihre SI-Card löschen und prüfen, dazu sollten je nach Anzahl Läufer 1-3 Lösch- und Prüfeinheiten bereit stehen. Dieser Vorgang sollte von einem Helfer überwacht werden, da ungeübte Läufer diesen Schritt häufig vergessen.

Der weitere Ablauf im Vorstartbereich unterscheidet sich je nach Startvariante (siehe Hauptseite Start).

Zeitstart
Der Zeitstart findet bei Einzelläufen durch eine akustisches Startsignal der Startuhr statt. Bei Massenstart durch Bekanntgabe durch den Speaker oder durch einen Startschuss. Je nach Startanlage können die Läufer nach dem Zeitstart noch mit einer markierten Strecke zum Startpunkt geführt werden.

Startpunkt
Der Startpunkt ist im Gelände mit einer Postenflagge und auf der Karte mit einem Dreieck markiert. Beim Startpunkt beginnt für den Läufer die individuelle Navigation. Der Startpunkt sollte so gewählt werden, dass es möglichst viele Varianten für erste Posten gibt.

Start mit Abzeichnen zwischen Vorstart und Zeitstart

Diese Startvariante wird meist bei regionalen Läufen angewandt. Üblicherweise erhalten die Läufer die Karte (ohne Bahn) bereits bei der Anmeldung.

Startablauf
Der Startablauf erfolgt wie in untenstehendem Schema dargestellt. Nach dem Vorstart hat es ein längeres Feld im Startkorridor in dem die die Tafeln mit den Bahnen (Püst-Tafeln) aufgelegt werden.

Schema Vorstart Abzeichnen

Personalbedarf
1 Startchef
2 Vorstart Aufruf/Kontrolle Startzeit
3 Kontrolle Startkorridor, ggf. Hilfe für Anfänger/Kinder
4 Zweite Kontrolle Startzeit, Starter
Total 4-5 Personen reichen für kleine bis mittlere Läufe (200-300 Läufer). Bei grösseren Läufen kann Position 2 oder 4 verstärkt werden. Bei langer Startdauer muss für konzentrationsintensive Aufgaben eine Ablösung eingerechnet werden.

Püst (Postenübertragungsstelle)
Anordnung PuestDie Anordnung der Püst-Tafeln soll auf einer Anzeige am Vorstart beschrieben werden damit der Läufer diese schnell finden kann. Oft werden die Püst-Tafeln links und rechts des Weges an den Start aufgelegt.










PuestFür das Übertragen der Bahnen erfolgt an den Püst. Dazu ist dem Läufer genügend Zeit zu lassen. Anfänger brauchen pro Posten rund 30 Sekunden! Für das Abzeichnen sind etwa 5-6 Minuten vorzusehen, der Aufruf am Vorstart findet daher 8-10 Minuten vor dem Start statt.

Es können maximal zwei Läufer gleichzeitig die Posten übertragen. Befinden sich während eines Vorstart-Zeitfensters mehr als zwei Läufer beim Übertragen der Posten sind mehrere Tafeln empfehlenswert.

Bei Schüler- oder Anfängerläufen oder Bahnen ist es oft nützlich die eingezeichnete Bahn kontrollieren zu können. Zu diesem Zweck wird die Bahn auf eine durchsichtige Folie übertragen. Die eingezeichnete Bahn ist durch darüberlegen der Folie einfach zu kontrollieren.

SportIdent Stationen
Löschen Löschen der SI-Card
Prüfen Prüfung ob SI-Card korrekt gelöscht wurde
Start Auslösen der Startzeit beim Start
Sämtliche Stationen sollten mindestens in doppelter Ausführung vorliegen, falls eine davon ausfällt. Es muss sichergestellt werden dass die Startstationen synchron laufen (Display auf Rückseite).

Weitere Hilfen

Varianten und vereinfachte Startformen

Hier werden Varianten zu der unter "Start mit Abzeichnen zwischen Vorstart und Zeitstart" beschriebenen Startvatiante beschrieben.

Zuteilung der Startzeit am Start
Die Zuteilung der Startzeit erfolgt am Start. Zum Beispiel über eine Liste in die sich die Läufer selber eintragen können.
Es ist auch eine Startorganisation mit je einem "Kanal" pro Bahn möglich. Die Läufer reihen sich (ggf. nach dem Übertragen der Posten auf die Karte) in den entsprechenden Kanal ein.

Vorteile
  • Keine Startzeitzuteilung bei der Anmeldung nötig
  • Läufer ist auf dem Weg zum Start nicht unter Zeitdruck, er kann starten wenn er bereit ist
Nachteile
  • Es kann am Start zu längeren Wartezeiten kommen weil nicht genügend Startplätze vorhanden sind. Dies führt insbesondere bei kalter Witterung zu Verärgerungen. Wenn die Startzeiten im WKZ vergeben werden führt dies zwar zu denselben Wartezeiten, aber die Läufer können im (warmen) WKZ warten.
Diese Startvarianten eignen sich nur für kleinere Läufe.


Start mit Kartenabgabe am Zeitstart

Bei grösseren Läufen (Nationalen Wettkämpfen und Schweizermeisterschaften) erfolgt die Kartenabgabe mit eingezeichneter Bahn zum Zeitpunkt des Starts.

Das Dokument Standardstart beschreibt diesen Startablauf detailliert (inkl. Layout des Startbereichs).

Dieses Papier wurde in Zusammenarbeit zwischen den Technischen Delegierten und der Arbeitsgruppe IT entwickelt. Die Veranstalter von nationalen Läufen sind gehalten sich an diese Vorgaben zu halten weil sie sich bewährt haben und die Läufer sich an diesen Ablauf gewöhnt haben.

Zusätzlich sind auf der Seite Uebersicht Dokumente Auswertung / IT die Dokumente unter "Start Belange" zu beachten.

Jagdstart

Beim Jagdstart starten die Läufer mit ihrem individuellen Rückstand auf die Bestzeit aus vorhergehenden Etappen (z.B. Mehrtage-OL). Interessant an diesem Verfahren ist, dass der erste Läufer jeder Kategorie, der im Ziel eintrifft, zugleich auch der Sieger ist und die Einlaufreihenfolge der Läufer genau der Schlussrangliste entspricht.

Der Läufer mit der Bestzeit startet zur Nullzeit seiner Kategorie (z.B. um 10.00 Uhr) die übrigen mit ihrem Zeitrückstand. Die nachfolgenden Läufer können so den führenden Kollegen „jagen". Ein Läufer, der nach den vorhergehenden Etappen z.B. einen Rückstand von 12:41 Minuten hat, startet daher um 10:12:41 Uhr. Nicht alle Kategorien sollten die gleiche Nullzeit haben damit sich die Läufer besser über die Startdauer verteilen.

Beispiel:
Nullzeit Kategorien
9:45 HAK, HAM
9:50 H45, D18
9:55 H14, H65
etc.

Oft werden dabei - um die Spannung zu erhöhen - die wichtigsten und interessantesten Kategorien so gestartet, dass deren Sieger im Ziel eintreffen, wenn alle andern Kategoriensieger schon eingetroffen sind.

Da es bei jedem derartigen OL immer Läufer mit sehr grossen Rückständen oder fehlenden Resultaten aus den Vorläufen gibt, wird ab einer bestimmten Zeit (z.B. 30 bis 60 Minuten je nach der Anzahl von Vorläufen resp. der Grösse der Rückstände) in Minutenabstand gestartet, um die Startdauer nicht allzusehr zu verlängern.

Startliste
Problematisch beim Jagdstart ist, dass Läufer der verschiedenen Kategorien gemischt teilweise in kleinen Sekundenabständen starten. Der Ablauf muss daher gut überlegt und vorbereitet sein. Wichtigstes Hilfsmittel ist eine Startliste, auf der alle Starts unabhängig von der Kategorie zeitlich geordnet aufgeführt sind.

Eine Jagdstartliste soll etwa so aussehen

Startzeit Name Kategorie
09:30:00 Peter Hauser HB
09:30:00 Trudi Herzig DB
09:30:14 Hans Meier HB
09:30:17 Peter Keller HB
09:32:28 Käthi Steffen DB
09:34:48 Sepp Inauen HB
09:37:02 Max Müller HB
09:37:08 Stefan Isenschmid HB
09:40:00 Reto Schär HAK
09:40:00 Urs Brunella H18
09:40:14 Christian Hegner H18
09:41:04 Bernhard Buchwalder HB
etc..

Die erstellung der Jagdstartliste und die Auswertung eines Wettkampfs mit Jagdstart stellt spezielle Anforderungen an die verwendete Auswertesoftware. Die Handhabung der Software muss im Vorfeld gut (ein)studiert werden damit im die Abläufe im "kritischen" Moment gut funktionieren.

Startablauf

Der Startablauf erfolgt entlang einem Startkanal der so eng ausgelegt ist, dass die Läufer nicht überholen können.

Die Läufer werden 3-5' vor ihrer Startzeit aufgerufen, in der Startreihenfolge eingereiht (Helfer 2) und Löschen/Prüfen ihre SI-Card (Helfer 3). Anschliessend gehen sie dem Startkanal entlang wo die Reihenfolge nochmals von kontrolliert wird (Helfer 4).

Der Starthelfer kontrolliert die Startnummer und gibt dem Starter die exakte Startzeit bekannt. Der Starter hält dem Läufer die Hand auf die Schulter und lässt diese zu seiner Startzeit los (Helfer 6).

Der Läufer läuft zur Kartenbox und bedient sich selber mit einer Karte siener Kategorie.

Verspätete Läufer werden von einem eigenen Helfer zu ihrer richtigen Position in der Reihe begleitet (respektive direkt starten gelassen).

Helfer
# Helfer Anzahl
1 Startchef 1
2 Aufrufen / Einreihen 2
3 Löschen / Prüfen 1
4 Kontrolle 1
5 Verspätete Läufer 1
6 Starter / Starthelfer 2
 Total (inkl. Reserve)  8-9
Dies reicht für ca. 800-1000 Läufer pro Stunde. Für mehr Läufer muss gegebenenfalls ein zweiter Startplatz organisiert werden.

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